Allroundmarin Joker-320 KIB     

Daten: Gesamtlänge: 3,19m  /  Gesamtbreite: 1,53m  /Schlauchdurchmesser: 0,42m  /  Wasserverdrängung*: 347kg  /  Lufztkammern: 3+2  /  Gewicht: 36,6kg  /  Ladekapazität: 620kg  /  Personen: 4,5  /  Motorisierung max.: 10PS  /  Motorgewicht max.: 50kg *  Formel für Wasserverdrängung in kg: Eigengewicht + 1/2 Ladekapazität

Bootsteile und Zubehör im Lieferumfang:  Paddel (Griff und Blatt): 2  /Fußluftpumpe:1  /  Luftpumpenschlauch: 1  /  Luftboden: 1  /  Sitze: 2(grün)  /  Reparatursatz: 1  /  Schlauchkleber: 1  /  Flickmaterial: 1  /  Bedienungsanleitung: 1  /  Luftdruckprüfer: 1  /  Transporttasche: 1(blau)

 

Bootsdruck:Hauptkammern (3) 0,25bar / Kiel (1) 0,4bar / Luftboden (1) 0,8bar

Am 02.06.2007 bestellte ich das Boot bei VF-Angelsport in Cottbus. Mir wurde versichert das dieses spätestens nach 14 tagen da wäre. So weit so gut.  Das Boot kam nicht. Ich rief nach Ablauf der Frist beim Angelhändler an. Er bat um Geduld. Ich gab auch gleich beim Kauf an, dass ich das Schlauchboot für meinen Urlaub in Ungarn unbedingt benötige. Die Zeit lief dahin. Wieder rief ich an und  bat ihn mit Allroundmarin in Österreich Kontakt aufzunehmen um zu klären wo es denn nun verschollen sei. Es vergingen wieder Tage und ich wurde immer ungeduldiger. Am Montag dem 25.06. fuhr ich dann persönlich nach Cottbus. Der Angelhändler rief sofort in Österreich an. Es stellte sich sehr schnell heraus, dass es zu keinem Zeitpunkt eine Bestellung dort gegeben hatte. Er entschuldigte sich für sein Versäumnis und bestellte es dann auch gleich. In nur zwei Tagen sollte es nun eintreffen. Unglaublich aber wahr. Am Mittwoch, nur zwei Tage später der langersehnte Anruf. Es war da. Ich nach Cottbus.  Nach einem Check rein damit ins Auto und nach Hause. Ich rief Angelkumpel Maik an ob er zur Jungfernfahrt mitkommen wolle. Er sagte sofort zu. Meine Freundin Gabi lud ich natürlich auch ein. Nun noch  Motor, Batterie, Echolot, GPS Gerät und eine elektrische Pumpe ins Auto. Weil das Boot nicht rechtzeitig geliefert wurde musste ich meine Pläne ändern. Eigentlich wollte ich die erste Fahrt auf meinem Hausgewässer machen.

Ich entschied mich aber an diesem Tag für den Quitzdorfer See. Es war sehr stürmisch und die Regenwahrscheinlichkeit lag bei 80%. Ich suchte nach einer geeigneten Stelle um das Boot aufzubauen. Wir fingen mit Maik an dieTeile aus dem Karton zu nehmen. Der An- und Aufbau begann. Gabi wollte nicht sinnlos rumstehen und begann die Verpackung auf ihre Seetüchtigkeit zu prüfen!

Mit Maik begann ich den Bootskörper auszurollen. Wir gingen jetzt nach Bedienungsanleitung vor. Die Hauptkammern wurden jetzt mit halben Betriebsdruck gefüllt, der Luftboden eingesetzt und mit 0,6bar aufgepumpt. Als Pumpe benutzten wir die Bravo BST 12HP Battery. Natürlich haben wir auch mal versucht mit der mitgelieferten Fußpumpe zu arbeiten. Schleierhaft bleibt uns nur, wie man damit den erforderlichen Druck erreichen soll. Nachdem sich der Luftboden an die Hauptkammern legte begannen wir diese nun auf den Betriebsdruck zu bringen (0,25bar). Der Boden bekam 0,8bar und wurde Knochenhart. Als letztes war der Kiel dran (0,4bar). Da lag es nun. Was für ein Platz im inneren. Der Hersteller gibt die Innenmaße wie folgt an: Länge: 2,10m und Breite: 0,67m. Einfach riesig. Jetzt noch schnell den Motor angeschraubt unddie Batterie ins Boot. Jetzt konnte es losgehen. Ich übernahm das Ruder, also am Ende des Bootes, Platz. Die beiden Mitfahrer im mittleren Teil auf den Schläuchen sitzend wurden nach der Ausfahrt aus der ruhigen Bucht richtig nass. Schuld daran war der stürmische Wind. Die Wellen waren nicht ohne und zwischen Wellental und Wellenberg lagen schon mal bis cirka 60cm. Mit dem Kiel war das geradeaus fahren ein Kinderspiel. Der Minn Kota hatte gegen den Wind ganz schön zu kämpfen. Als wir nach 1000m eine ruhige Bucht erreicht hatten, landeten wir. Ich öffnete eine Flasche Sekt wie es zu solchem Anlass Brauch ist. Ich als neuer Bootseigner spritzte den ersten Sekt auf den Bootskörper. Ich taufte das Schlauchboot auf den Namen "Köcki 5". Der Rest der Flasche verschwand auf unspektakuläre Art und Weise.

Maik war so begeistert vom Boot das er mir versicherte, sich auch eines Tages so ein Modell zuzulegen. Die Rückfahrt (diesmal mit dem Wind im Rücken) gestaltete sich zum Wellenreiten. Es war ein irrer Spaß. Wieder in der Ausgangsbucht angekommen wurden wir gleich von Anglern umringt. Sie stellten Fragen zum Thema: Boot, Motor, Batterie, GPS Gerät und Echolot. Wir beantworteten diese gern. Nachdem wir wieder alles im Auto verstaut hatten war uns klar: "Ein tolles Boot, ein toller Tag"!

Am Deseda See machte ich die Belastungsprobe. Ich belud das Schlauchboot mit 650kg (mich inklusive)! Vorher hatte ich alles mühsam mit der Handwaage  gewogen. Das Beladen war gar nicht so einfach, da der Innenraum so groß ist und man sich ganz schön strecken muss um das Gewicht optimal zu verteilen. Das Bild sagt glaube ich alles. Die Fahreigenschaften blieben aber gut nur die Wende dauerte etwas länger.

Nachts auf dem Deseda See durfte ich ungewollter Weise den Dummy machen. Der Ruderverein hat dafür gesorgt, dass ungefähr 25cm dicke Stahlrohre als Markierung für die Sportler in den Seeboden gerammt wurden. Ich bei der Nachtfahrt und damit völliger Dunkelheit, orientierungslos, rammte so ein Teil mit dem Bug. Glücklicherweise fuhr ich nur im dritten Gang und hatte am Bug die Maissäcke zu liegen die die Wucht des Aufprall absorbierten. Wer weis ob das Schlauchboot nicht Schaden genommen hätte.

 

Fazit: Es ist ein Boot das viel Platz bietet, gut verarbeitet ist, die optimale Farbe für Angler aufweist, trotz der Größe wenig wiegt, sehr gute Fahreigenschaften besitzt und mit 1.300€ (Empfohlender Preis) ein wirklich gutes Preis-Leistungsverhältnis hat!




Euer Köcki

Demnächst folgt der Fahrtest mit der Außenborder Yamaha 2B auf dem Senftenberger See!