1. Ansitz 2008 

Senftenberger See 08.04.2008 / 1.00Uhr bis 10.04.02008 / 17.00Uhr

Dieser  war ein besonders wichtiger für mich. Den Weg nach draußen zu finden ist beim ersten Ansitz besonders Schwer. Vor allen Dingen muss man erst einmal seine sieben Sachen (oder auch 100) finden, sortieren und einpacken. Des Weiteren ist das Wasser im Frühjahr noch sehr kalt. Was die Verwendung von Fertigboilies fast ausschließt. Also munter ans Werk und selber schnell mal 3Kg ab-



gedreht (siehe Bild oben). Auf die Beigabe von Öl habe ich mit Absicht verzichtet. Der Mix ließ sich deshalb nur mit der Hand verarbeiten, doch blieb die Struktur des Boilies offen. Das bewirkt, dass der Köder das Flavour besser an das Wasser abgeben kann. Die Sachen waren gepackt und ab ging es. Am Wasser angekommen belud ich  mein Boot und legte mit Rückenwind ab.Das Wetter war ekelhaft. Nicht das es die eisige Kälte allein gewesen wäre die mich gestört hätte. Nein es war der Mix aus Wind, Kälte, Schneefall und hoher Luftfeuchtigkeit. Diese Einflüsse bewirkten, dass ich klapperte wie ein Schlosshund. Nach einer Stunde hatte ich mein Zielgebiet erreicht. In der Zwischenzeit war es dunkel geworden. In der Hoffnung die richtige Stelle getroffen zu haben, packte ich aus und baute auf. Als die beiden Ruten draußen waren war Nachtruhe für mich. Am Morgen bemerkte ich, dass ich die angestrebte Stelle um einiges verpasst hatte. Aber schon der Blick auf das Luftdruck Messgerät verriet mir, dass das Wetter mir einen Strich durch meine Rechnung machen würde. Den ganzen Tag waren nur Enten auf dem See unterwegs, aber keinerlei Fisch Bewegung zu beobachten. So endete der Tag grau in grau  und ohne einen Piep der Bissanzeiger. In dieser zweiten Nacht um 2.20Uhr meldete sich der rechte Delkim in dem er dreimal piepte. Ich quittierte aber zuerst nicht, sondern wartete ab. Nach rund fünf Minuten der nächste Piep. Ich konnte meine Begeisterung kaum zurückhalten, denn es konnte sich ja nur um eine Bleie handeln die mich da ärgerte. Nach dem Einholen welch Überraschung. Die Bleie entpuppte sich als Güster (Bilder u.).



Traumtrunken verschwand ich nach dem erneuten ausbringen der Rute im Bivvy. Den darauf folgenden Tag und der dritten Nacht passierte nichts mehr. Auch am Donnerstag, dem Tag der Abreise, tote Hose. Es war schon gut, Dass sich ab und zu ein Paar Karpfenangler blicken ließen und man ins Gespräch kam. Während ich einpackte erschien Eberhard und wir redeten bis ich alles im Boot verstaut hatte. Als er ging, sprang ich ins Boot und nach nur drei Metern stellte ich fest, mein Elektromotor reagiert nicht. Also das Paddel raus und zurück zum Ufer. Einer meiner beiden Batterien war tot. Schnell wurden die Kabel umgeklemmt und meine ältere Batterie sollte mich nun nach Hause bringen. Aber schon auf den ersten 500 Metern wurde die Motorleistung merklich schwächer. Die Kälte hatte auch diese geschwächt, obwohl sie unter der anderen im Boot stand. Ich hatte nur Glück das der Wind wieder schob. Statt einer Stunde brauchte ich nun zwei um zum Auto zu gelangen. Dort endlich angekommen entlud ich das Boot. Mit klammen Händen löste ich die Schnellbatterie Klemmen vom Außenborder. Ich traute meinen Augen kaum. Die Pluspolklemme hing noch an genau drei, des insgesamt bestimmt 40 Kupfer Drähten umfassenden Pluskabels. Mit einem kurzen kraftlosen Ruck waren auch diese durch. Schon am Sonnabend war das schnell repariert. und auch die verwendeten Autobatterien wurden von mir so verpackt, damit sie der Kälte in Zukunft trotzen können. Die Angelausrüstung musste komplett ausgepackt und getrocknet werden. Es war trotzdem ein toller Ansitz wenn auch ohne Happy End.

Euer Köcki