3. Ansitz 2008

  Gewässer bei Cottbus 22.05.2008 / 21.00Uhr bis 25.05.2008 / 17.00Uhr


Gleich nach Arbeit ging es los. Die Ausrüstung wurde schon am Vorabend im Auto verstaut. Mein Angelkumpel Frank saß schon ein paar Tage am Gewässer und hatte auch schon mehrere Graskarpfen gefangen. Gegen 18Uhr kam ich bei ihm an. Mit der ersten Trollyfuhre brachte ich die Futtereimer mit ans Wasser, mit der zweiten, mein Tackle. Als ich mein Bivvy  5 Meter links neben Frank aufbaute, hatte der auch gleich einen schönen Lauf, auf seiner mit Maiskette bestückten rechten Rute. Ein Graskarpfen von 92cm Länge und 12Kg lag kurz danach im Kescher. Nach dem Foto ging er wieder


schonend zurück ins nasse Element. Um 21Uhr lagen dann auch meine Ruten fangbereit auf dem Pod. Ich räumte meine Behausung weiter ein obwohl ich Besuch bekommen hatte. Der Hund (Chico) der zu einem Pärchen gehörte machte sich auf der Liege bequem. Im


Anschluss stellte ich meinen Stuhl neben den von Frank und wir redeten noch  eine ganze Weile. Es war kurz vor 23.30Uhr als wir müde beschlossen noch eine zu rauchen um danach die Liegen aufzusuchen. Aber zum aufrauchen kam nur ich, da  Frank Punkt halb, wieder ein Date mit dem nächsten Graskarpfen hatte. Geiler Run, geiler Fisch mit 12,5Kg bei 96cm Länge, Geiles Foto. Nachdem

der Fisch davon schwamm bestückte er die Rute neu und wir gingen zu Bett. Um 4Uhr meldete sich mein rechter Bissanzeiger. Drei Töne aber nur. Nach der Ursache forschend, schaute ich mich vorm Bivvy stehend um und konnte rund 15 Möwen ausmachen die nur knapp übers Wasser flogen um Nahrung zu sammeln. Noch vor den eigenen Ruten stehend sah ich Frank um 4.15Uhr wieder in Aktion. Er berichtete mir so nebenbei, von einem Graser, 10Kg 86cm, den er um 2.30Uhr Keschern konnte. Von dem hatte ich, wahrscheinlich Tiefschlaffase, aber gar keine Notiz genommen. Der jetzige Graser brachte 11Kg auf die Waage (91cm). Nach dem obligatorischen Foto ging ich nochmals "in die Falle", um  Schlafdefizite aufzuholen. Gegen 10 Uhr war ich schon wieder wach. Frank war beim einpacken, denn er wollte Boilies für den nächsten Ansitz herstellen. Mit dem Ergebnis dieses Ansitzes konnte er wirklich zufrieden sein. 12 Fische, 11 Graser und 1 Schuppi, mit einem Gesamtgewicht von


132kg! Ich wollte ihm nicht nacheifern da ich eigentlich von Grasern nicht viel halte. Erstens, ist der Drill eher langweilig und zweitens, riecht dann die Ausrüstung und die Hände eher unangenehm. Doch einen Versuch wollte ich wagen um wenigstens einen Fisch in diesem Ansitz sicher zu haben. Ich legte also eine Rute mit Maiskette aus und zwar in die Schneise, die Frank zuvor beangelt hatte. Aber am Tage passierte nichts. Erst in der Nächsten Nacht um 2.30Uhr kam der lang ersehnte Biss. 3x Piep, das war es schon. Der Graser hatte sich sofort hinter den Wasserpflanzen verschanzt. Also Rute ablegen, rein in die Wathose, Rute wieder aufnehmen, Kescher erfassen und den Fisch entgegen laufen. Als ich auf der Höhe war wollte der Graser glatt die Richtung ändern. Aber die Chub Outcast diktierte den Fisch zum Kescher. Wieder am Ufer angekommen rief ich sofort bei meinem Nachbarangler an und bat ihn ein paar Bilder zu machen. In der Zwischenzeit nahm ich die Maße. 11,5kg und 96cm konnte ich in meinem Fangbuch notieren. Nach den

anschließenden Fotos ging der Fisch sofort wieder ins Gewässer, denn Graser kippen zu schnell im Sack und verlieren zudem noch einen Satz Schuppen. Ich ging wieder eins an der Liege horchen. Nach dem Aufstehen versuchte ich doch noch einen Spiegler oder Schuppi zum beißen zu bewegen. Ich legte Ufernah ab. Doch die Karpfen ließen auf sich warten. Nur die Graser schwammen bis auf

einen Meter an meine Futterstelle heran. So hatte ich viel Zeit mich mal so richtig an der Natur zu ergötzen. Mit einer Tasse Cappuccino in der Hand ließ ich meine Blicke schweifen. Die Junge Entenfamilie des Sees machte gerade einen Ausflug. Zum Anfang bestand diese

aus 15 jungen Enten, so erzählte es mir Frank, doch nun waren es nur noch 12. In der Dämmerung wurden die Köder noch einmal für die letzte Nacht erneuert. Ich saß lange auf meinem Stuhl und beobachtete die Graser. Frank kam inzwischen wieder zum Wasser um den Aalen nachzustellen. Wir redeten noch eine ganze Weile bis fast um 1Uhr. Frank wollte eigentlich die ganze Nacht durchangeln. Aber die Luft kühlte sich bis auf 10 Grad runter und er hatte bis dahin noch keinen Biss gehabt. Kurzerhand packte er ein und ich ging ins Nest. Am Morgen war alles beim alten. Kein Fisch hatte sich an meine Hacken verirrt. Der Tage begann sehr sonnig. Seid den frühen Morgenstunden beobachtete ich immer wieder das Gelege des Grünspechts, das sich direkt an meinem Angelplatz befand. Er wird auch als Grasspecht oder Erdspecht bezeichnet. Wenn ein Elterntier auf Futtersuche ging, glänzte der Vogel in der Sonne am Kopf rot und das Gefieder schimmerte grün. Aber so oft ich auch versuchte dies mit meiner Canon 350D festzuhalten, gelang mir nur ein Bild. Der

Specht saß nur einmal ruhig auf dem Baum neben mir. Ansonsten versteckte er sich immer dann, wenn er in meinem Objektiv erschien. Ab Mittag begann ich langsam mit dem Abbau. Gegen 15 Uhr kam Frank zu mir, um meine nicht verbrauchtes Futter zu übernehmen. Er half mir dann auch mit seinem mitgebrachten Trolly, meine Ausrüstung bis zum abgestellten Auto zu bringen. Für mich ging ein schöner Ansitz zu Ende. Ich hatte zwar nur einen Graser gefangen, aber inmitten einer solch schönen Natur angeln zu dürfen, ist für mich immer etwas ganz besonderes.

Euer Köcki