| 4. Ansitz 2008 |
| Senftenberger See 04.07.2008 / 20.30Uhr bis 06.07.2008 / 14.30Uhr |
Endlich hatte ich mal wieder Zeit um nach draußen zu kommen. Deshalb fütterte ich an meinem Hausgewässer ein paar Kilo Mais, die ich noch mit anderen Rezepturen angerührt hatte, an. Also fuhr ich einen Tag vor dem Ansitz raus. Es war der Donnerstag, der in etlichen Gebieten Deutschlands schwere Schäden anrichtete.

Mit einem vollen Eimer, ein Paar Ruder und meinem AX Mini bewaffnet ging es raus in die verregnete Nacht. Als ich am See war zuckten schon die Blitze am Himmel. Ich hatte es dadurch besonders eilig, die Ladung an den da vorgesehenen Platz zu bringen. Als der Eimer leer war bemerkte ich, dass das Gewitter schnell näher kam. Also bloß schnell runter vom Wasser. Ich schnappte meine Sachen und schnell zum Auto. Klitschnass fuhr ich los. Die Blitze zuckten nun direkt über meiner Futterstelle. Glück gehabt.

Am 4. Juli gleich nach Arbeitsschluss packte ich meine Sachen in den Van und das Boot oben drauf. So gegen 19.15Uhr war ich fast an meiner Stelle angekommen, als ich Stimmen von dort kommen hörte. „Na Hauptsache das dort nicht schon jemand angelt!“ Es waren zwar Angler, aber der eine war Maik und angelte zwei Stellen weiter mit Jens und der andere wollte nur mal schauen. Während wir uns noch
unterhielten baute ich auf. Bevor die Ruten ins Wasser kamen legte ich noch etwas Mais nach. Nun konnte es losgehen. Als mein Tackle im „Ground Hog“ verstaut war, zog ich mich in dieses zurück. Doch an Ruhe war nicht zu denken. Von beiden benachbarten Stellen
drangen immer wieder laute Rufe zu mir herüber. Auge zu, Auge auf, Auge zu, Auge auf....... So ging das fast die ganze Nacht hindurch. Aber einer meiner Delkims klinkte sich 5.30Uhr mit ein. Ein Spiegler

mit 5,6kg bei 65cm Länge hatte es auf die Maiskette abgesehen. Der Haken hing super. Ich musste sogar mein „Leatherman“ benutzen. Der Spiegler ging zurück ins Wasser, wie auch die Maiskette wieder ihren Bestimmungsort fand. Um 8Uhr hörte ich weibliche Rufe von der rechten Angelstelle. „Maik, Maik!“ Die weibliche Stimme hörte ich dann noch ein paar mal. Immer wieder das gleiche. Nancy, wie ich später erfuhr, versuchte Maik wach zu machen. Der aber war am Vorabend ins falsche Fahrwasser geraten. Um 11Uhr kam Jens zu mir und fragte ob ich den Fisch, der Nancy ins Schilf geraschelt war,
landen könne. Ich stieg in mein Boot und fuhr zur benachbarten Stelle, während Jens über meine Ausrüstung wachte. Aber ich vergriff mich und kam mit Maik seiner Rute zurück. Beim zweiten Versuch hatte ich die richtige in der Hand. Ich staunte nicht schlecht als ich sah in welche Richtung die Sehne ging. Mitten ins dichte Schilf. Ich fuhr in eine Position, an der das Schilf zwar dicht war aber ich den Karpfen gut ausmachen konnte. Nur ziehen ging nicht. Also um den Fisch dort raus zu bekommen musste ich was anderes probieren. Ich zog ihn nach einem Zickzack Muster aus dem Dickicht. Also Rute nach Backbord, vorsichtig ziehen, Rute nach Steuerbord,
vorsichtig ziehen. Zentimeter für Zentimeter kam er mir näher. Als er
frei war schaffte ich mit dem Rückwärtsgang etwas Luft die ich zum Keschern brauchte. Geschafft. Wieder auf meiner Stelle angekommen

wurde der Fisch sofort gewogen. 12,5kg konnten wir von der Fox Waage ablesen. Ein Foto, ab ins Wasser und weg war er. Jens ging wieder zu seiner Angelstelle und kam gegen 12 Uhr mit Nancy, Kumpel und Hund zurück. „Kannst du bitte meinen Hund wiegen?“, fragte er. „Na klar!“, antwortete ich. Der Starbait Wiegesack wurde an den Start gebracht. Der Hund kam in diesen und hing kurzerhand an der Waage unterm Wiegedreibein. Fast 10kg zeigte

die Waage. Der "dicke" Hund hieß Ronja. Als sie weg waren kehrte wieder Ruhe ein. Bei Zeiten brachte ich meine neu montierten Ruten zu Wasser. Maik kam gegen Abend noch mal rum und wir redeten noch rund eine Stunde. Dann kroch ich in den Sack und hörte laute Musik die von irgendeiner Strandparty stammen musste. Meine Augen klappten mir zu und ich wurde erst wieder gegen 6.30Uhr wach. Die Ruten lagen noch und die Bissanzeiger schwiegen. Als die Sonne langsam ihre Kraft entfaltete, stand ich auf und schrieb wieder ein bisschen an diesem Bericht. Ich hatte an dieser Stelle die Hoffnung auf einen erneuten Biss schon aufgegeben.
Im Jahr 1995 habe ich an gleicher Stelle noch 25 Bisse übers Wochenende bekommen (Wurfdistanz). Meinen größten Graskarpfen habe ich hier mit 12,5kg hier landen können. Oder auch meinen Karpfen, „Big Beule“ hier gefangen.

Heutzutage muss man die Ruten wahrscheinlich im Holz ablegen um überhaupt noch eine guten Fisch haken zu können. Der Beweis war der 12,5kg Spiegler von Jens. Er hatte bis oder sogar ins Holz geworfen. Was mir hier noch nicht gefiel war der Krach hier an Wasser. Ein Gejodel, ein Gebrüll und laute Partys mit Feuerwerk. All das macht angeln zum Stressfaktor und nicht zu einem Ruhepol. Aber diese Stelle hatte auch etwas Positives. Ich konnte seit Ungarn wieder einen Eisvogel sehen. Der hatte sein Gelege 5m hinter meinem Ground Hog. Es war schon gegen 11.30Uhr als mich Gabi besuchte und mit einem deftigen Mittagstisch überraschte. "Das war lecker", kann ich euch sagen. Wir holten uns "Ronja" auf die Angelstelle und beschäftigten uns mit ihr. Ein echter Knuddelhund und wir kamen aus dem Lachen nicht mehr heraus. Gegen 13Uhr trat Gabi die Heimreise an und ich begann, mit vollem Magen, mit dem Einpacken. Als ich so meine sieben Sachen verstaute hörte ich die Sirenen der Feuerwehr heulen. "Waldbrand?", fragte ich mich. Kurze Zeit später sah ich hinter der Insel schwarzen Qualm aufsteigen, der aber auch genau so schnell wieder verschwand wie er gekommen war. Das die Feuerwehr fuhr zu dieser Stelle fuhr war deutlich zu hören. Ich packte weiter. Vielleicht 15 Minuten später höre ich ein lautes, langes Quietschen. Es hörte sich wie ein Autounfall an. "Komischer Tag", dachte ich mir nur. Als wieder alles im Boot verstaut war legte ich ab. Noch mal schnell ein paar Grüße vom Boot zu Nancy, Maik und Jens herüber als ich ihre Stelle passierte. Am Auto angekommen musste ich mich mit dem Einpacken beeilen, da schon ein Pärchen auf diese Stelle wollte. Es ging schneller und besser als gedacht. Als das Boot aus dem Wasser war und ich es zum Auto transportiert hatte waren die beiden schon, nackt, im Wasser. "Na dann viel Spaß", grinste ich im geheimen, verzurrte das Boot auf dem Dach und war startklar. Ich fuhr in Richtung Peickwitz.

An der Kreuzung zur Südsee sah ich dann eine Schneise der Verwüstung. Ich fragte einen Mann der dort stand, "Was ist denn hier passiert?". Er erzählte mir alles und schon konnte ich mir den Qualm und das Quietschen erklären. Also, auf dem Parkplatz hat sich ein Auto selbst entzündet und ein daneben stehendes beschädigt. Als die Feuerwehr alles unter Kontrolle hatte knallte es im Kreuzungsbereich. Ein Jugendlicher wollte wahrscheinlich ins "Guinness Buch der Rekorde", als er aus Richtung Senftenberg kommend, 7 Straßenbegrenzugspfeiler wegkegelte, ein Stoppschild umnietete, eine Holzbegrenzung durchbrach, dann noch 10m in den

Wald rauschte um seinen Wagen rückwärts gegen einen Baum zu parken. Ihm ist nichts passiert und seinem "Pit Bull" auf der Rücksitzbank auch nicht, aber natürlich soll er nicht ganz nüchtern gewesen sein. Erfreulich war nur, dass er keine weiteren Personen in seinen Unfall mit verwickelt hatte. Noch Kopfschüttelnd stieg ich ins Auto und wollte nur noch eines, so schnell wie möglich unter die Dusche.