Ein Wochenende im Mai

 Die Vorgeschichten


Nach einem Besuch meiner Mutter am 14.Januar 2008 im Klinikum Cottbus, steuerte ich noch das Wasser-Sport-Haus Babick an, um mir ein Paar Außenborder Prospekte zu besorgen. Ich hatte den Verkaufsraum kaum betreten, da kam ich auch schon mit Frau Babick ins Gespräch. Ich machte ihr deutlich, dass ich mich für einen 5Ps Außenborder interessiere. Sie fragte mich, „Warum nur 5Ps und keine 15Ps?“. „Ich besitze keinen Führerschein!“, erwiderte ich. Mit dem Zeigefinger, der ausgestreckten linken Hand, zeigte sie auf ein Schild, das über meinem Kopf hing. Ich las es und fragte, „Hier kann man den Führerschein machen? Wann beginnt den der nächste Lehrgang?“. Sie antwortete, „Am 15. Januar 19Uhr, also Morgen Abend“. Ich ließ mich kurz entschlossen für den Lehrgang am nächsten Tag eintragen. Und zwar für den Sportbootführerschein Binnen. Am nächsten Abend musste ich gleich von der Arbeit aus los. Aber ich war pünktlich in Cottbus. Nach dem einzahlen der Gebühren für den Kurs (Theorie) der Prüfungsgebühren und der Arbeitsmaterialien konnte es losgehen. In einem abgeteilten Raum des Verkaufsraums erwartete mich und einige andere Kursteilnehmer, Herr Babick. Nachdem ich Platz genommen hatte machte ich mich erst einmal mit meinem Banknachbarn bekannt. Es war Volker, der einen ähnlichen Humor wie ich zu besitzen schien. Wir legten die weiteren Termine so, dass wir beide gemeinsam alle Theoriestunden (18) absolvieren konnten. Der Kursleiter, Herr Babick, brachte uns den Lehrstoff immer Praxisnah und mit einer leichten Priese trockenem Humor herüber. Was insbesondere mich, der meistens gleich von Arbeit erschien, gegen alle Erwartungen, nie Müde wurden lies. Im Gegenteil, es blieb gerade in diesem Unterricht viel hängen.

Wie heißt es immer, „Verborge nichts, sonst hast du den Schaden!“. Den von mir erworbenen „Yamaha 2B“ zwei Takt Außenborder, den ich bis dahin viermal an meinen Schlauchbooten hatte, verborgte ich über Ostern dem Verkäufer des Motors. Er fand in der Zwischenzeit keinen neuen, gebrauchten bei Ebay. Jedenfalls keinen für seinen Geldbeutel. Er sollte das Boot für das Meeresforellenangeln antreiben. Soweit, so gut. Doch als ich den Yamaha am 21.04.2008 nach einer Arbeit abholen wollte, kam der Schock. Er machte mir klar, dass der Motor Schaden genommen hatte, nachdem sich ein Treibnetz in der Schraube verfangen hatte. Es hatte die Antriebswelle verbogen was zu Erheblichen Vibrationen führte. Nun ist der kleine Motor schrottreif, denn eine Reparatur würde zu viel Geld kosten. Wieder was gelernt. Verborge nie!!

Am 16.04.2008 sollte der Praktische Kurs des Sportbootführerscheins auf dem kleinen Schwielochsee starten, aber Herr Babick sagte rechtzeitig ab. Es war noch zu kühl. Aber am 22.04. ging es nun los. Volker und ich legten auch diesen Termin zusammen um Kosten zu sparen. Des weiteren, wollte ich gleich nach der Veranstaltung ans Gewässer und hatte schon mein Schlauchboot huckepack auf dem Autodach. Bei der Praxis wurden verschiedene Manöver geübt. Mann über Bord, kursgerechtes Aufstoppen, Kurs halten, die Kommandosprache, Anlegen und Ablegen wurden geübt. Mal war Volker am Steuer, mal ich.


Es war stellenweise sehr böig und ich war froh eine Mütze mitgenommen zu haben. Nach einen einstündigen Mittagspause ging es weiter. Um 17Uhr beendeten wir die Übungen. Nun die Frage aller Fragen. Haben wir die praktischen Übungen verstanden und können wir das erworbene Wissen für die am 3.Mai stattfindende Prüfung auch abrufen. Volker konnte noch einen anderen Termin klar machen, ich leider nicht, mein Terminkalender war voll. Wir fuhren wieder nach Kolkwitz wo ich Volker absetzte und ich machte dass ich ans Wasser kam (2.Ansitz). Dort las ich mir noch mal das komplette Theorie Buch Binnen durch, in der Hoffnung das wenigstens etwas im Kopf hängen bleibt.

Der Yamaha Motor war nun kaputt und vergessen. Ich indes beobachtete eine 4Ps Mercury 4 Takt Außenborder bei Ebay. Die Auktion lief am Abend des 28.April aus. Da das vorläufige Höchstgebot, wie festgenagelt bei 312€ stand, gab ich 5 Minuten vor dem Ende 411€ als mein Gebot per Handy ab. Und siehe da, es tat sich was. 322, 344, 356, 379, 384, 392 und 400€! Ich aktualisierte immer wieder aber bei 400€ war Schluss. 3, 2, 1 meins. Der Verkäufer gab an, das der Motor erst 12 Betriebsstunden geleistet hatte, ein 12 Liter Tank mit Schlauch und Pumpball hatte und Originalrechnung, Werkzeug, Bedienungsanleitung mit dabei waren. Leider wurde vom Verkäufer kein Versand angeboten, was mich dazu Zwang, eine lange Reise an den Niederrhein zu machen. Mit der Kaufabwicklung E-Mail erhielt ich die Telefonnummer des Verkäufers. Ich rief sofort an. Der ältere Mann auf der Gegenseite sagte mir, dass er von Mittwoch bis Sonntag unterwegs ist. Ich fragte ob Beruflich. Nein, er wollte mit seinem Reisemobil und Familie ans Steinhuder Meer (Nähe Hannover). Perfekt, dachte ich mir und ich fragte ihn ob er den Motor dahin mitnehmen könnte. Ja das war möglich und wir machten gleich einen Termin aus, 04.05 2008, Steinhude, bis 14 Uhr abzuholen. Dadurch sparte ich eine ganze Tankfüllung ein.


Man, man, man. Der Tag der Prüfung kam immer näher und ich hatte noch so gut wie nichts dafür getan, außer dass Theoriebuch durchgearbeitet. Das war zu wenig. Ich hatte mir damals, im März, die originalen Prüfungsbögen mit Antworten bei Babick in Cottbus gekauft (offiziell erhältlich). Die musste ich wenigstens einmal durcharbeiten. Hätte ich mich bloß eher damit beschäftigt, dann währe ich nicht so in Zugzwang geraten. Es stand von Anfang an fest, dass die Prüfung am 3. Mai stattfindet. Erst am 1. Mai vor Arbeitsbeginn begann ich die Bögen 15 bis 10 durchzuschauen. Dabei erschien mir der Prüfungsbogen 11 als leichtester! Da bei uns im Theater der 1.Mai jedes Jahr der Tag der offenen Tür ist, musste ich von 14.30Uhr bis 23Uhr arbeiten. Am nächsten Tag war ich wieder arbeiten. Um 16.30Uhr war Dienstschluss. Ab 18Uhr saß ich wieder an den Bögen. Jetzt weiter von Nummer 9 bis zur 1. Ich schaute auf die Uhr, 23.15Uhr. „Das wird eine kurze Nacht.“, schoss mir durch den Kopf, „Nur noch ein Paar Stunden bis zur Prüfung.".

 Das Wochenende beginnt (Samstag)

Da man bekanntlich vor Prüfungen besonders gut schlafen kann (haha), kam ich nicht vor 1.30Uhr ins Bett. Ich war jetzt so kaputt, dass das Einschlafen kein Hit mehr war. Als mich der Wecker um 6Uhr gar nicht meinen konnte, musste ich trotzdem raus. Morgentoilette, Tee trinken, eine durchziehen, rein in die Klamotten und Navi erfassen, war alles eins. Um 6.30Uhr sitze ich schon im Van und brause los. Mein Ziel, Kolkwitz, um Volker abzuholen. Kurz nach sieben war ich da. Mit Volker noch schnell ein Tasse Pfefferminztee geschlürft, um die Nerven zu beruhigen. Er packte eine Kanne Tee und eine Kanne Kaffee ein, so für zwischendurch. „Wir müssen los, schon nach acht.“, viel es mir wie Schuppen von den Haaren, denn um 9 Uhr begann die Prüfung und ich musste noch tanken um überhaupt den kleinen Schwielochsee erreichen zu können. Ich fuhr aber eher gemütlich los und die Nadel der Tankanzeige wippte im selben Tempo im roten Bereich. Wir gingen noch mal während der Fahrt die Kommandosprache durch. „Tankstelle in Sicht, Backbord Querab!“ Ich öffnete den Tankdeckel behutsam, um nicht von dem Unterdruck des nun leeren Tanks hineingezogen zu werden. Mit vorgehaltener Tankpistole schossen nun wieder 52 Liter frisch gezapften Diesels, in den hohlen Raum, unterhalb meines geliebten Vans. Deckel zu und zur Kasse. Schnell noch mal einen Seitengriff in die Schokoladenecke. Die Kasse rasselt. Knapp 70 Teuro, ich meinte natürlich Euro, wechselten den Besitzer. Raus aus der Tanke, rein ins Auto, Türen zu und nach 2 Minuten wieder auf der Hauptstraße. Ich fuhr weiter meinen gemütlichen Stiel bis mich Volker wuschig machte. Er starrte auf mein Navi und fast gleichzeitig auf die Uhr. Volker fragte mich, “Noch 32km und nur noch knapp 20 Minuten Zeit. Wie wollen wir das bis 9 Uhr schaffen?“. Das war wie ein Startschuss. Ich ging nun vom verschlafenen Gießkannen Modus in den Spritzigen C- Schlauch Stil über. Mein Dieselmotor muss es auch so gefühlt haben. Bloß gut das ich meine 225 Sommer Schlappen drauf hatte und der Tank voll war. Ich fragte Volker nach den noch zu erwartenden starren Fotografen. Doch anscheinend wurde ich bis zum Ziel nicht einmal abgelichtet. Ich kann mich an keinen grellen Lichtblitz erinnern. Kurz vorm Ziel verwirrte mich, wenn auch nur kurzzeitig, Volker mit den Worten, „Links rum!“. Bloß gut das ich schon mal vorher den Weg zur Prüfung gefahren war. Ich behielt den klaren Kopf und Kurs Richtung „Seeperle“. Nur noch eine scharfe Kurve und schon schauten zwei Verwunderte Menschen in eine



riesige, parkende Blechlawine (Foto: nur ein kleiner Teil!).  Verwundert schauten wir uns an, denn mit soviel Teilnehmern hatten wir nun wirklich nicht gerechnet. Am Ende dieser, zog ich dann die Handbremse. Ein schneller Blick auf die Uhr verriet uns, 9.05Uhr. Ganz tolle Sache wenn man 5 Minuten zu spät zur Prüfung erscheint. Wir sprangen aus dem Auto



und liefen vor zum Steg. Dort standen bestimmt schon 30 Teilnehmer um die Boote zu versenken. Tja, die Frage war die, „Welche Prüfung zuerst? Theorie oder Praxis?“. Als mir ein schwarzer Lockenkopf, aus unserem Kurs, am Steg ins Auge fiel, gingen wir zu ihm und fragten ob er vielleicht etwas genaueres Weis. Leider hatte auch ihn die Ahnungslosigkeit überrumpelt. Wir schauten dann mal schnell in die „Seeperle“, eine Gaststätte direkt am kleinen Schielochsee nur 30Meter vom Prüfungssteg entfernt, in der die Theorie stattfand. Dort, im ersten großen Raum waren scheinbar alle Plätze besetzt. Wir gingen wieder zum Steg, schauten uns die gewagten Manöver der im Boot sitzenden Prüfungsteilnehmer an und analysierten deren Fehler. Zwei Boote waren auf dem Wasser zu bestaunen. Unser Prüfungsboot Babick und das der Fahrschule vom Knappensee. Während aus dem einen kaum ein Wort des Prüfers zu hören war, kamen aus dem anderen klare und unmissverständliche Anweisungen, halb gesprochen, halb geschrieen. „Mist“, meinte ich, „Das kommt von unserem Prüfer. Da können wir uns ja frisch machen!“. Ich ging mit Volker, noch mal die Kommandosprache, die Knoten und die Manöver durch. Unsere Taktik, die wir schon im Auto besprochen hatten war es, die beiden letzten bei der Praxis zu sein, um vielleicht durch den entstehenden Zeitdruck der Prüfer, nicht lange fahren zu müssen. Wir ließen wirklich alle vor uns in die Boote



 steigen. Zwischenzeitlich wunderten wir uns beide, warum so um die 80 Prozent der Prüflinge ein orange farbenes Blatt in ihrer Hand hielten. Der Lockenkopf meinte, das diese Blätter nur an die „See-Prüflinge“ ausgeteilt wurden und unsere „Binnenunterlagen“ bei unserem Lehrer im Boot seien. Es schien wirklich so. Es war schon 10.45Uhr als uns unser Prüfer aus dem Boot mit einem Handzeichen klar machte, dass wir uns schon auf den Bootssteg bereithalten sollen. Na nu. Zeitdruck? Weil mir Volker schon vorher klarmachte, dass das Anlegen mehr Fehlerpotenzial aufwies, entschloss ich mich als erster ans Steuer zu drängeln. Als das Pärchen vor uns ausgestiegen war, saß ich auch als erster am Steuer. Das Boot hatte nun Schlagseite nach Backbord. Nicht weil das Steuerrad auf Backbord war, sondern der dicke Prüfer und meine sportlicher Körper mit 125kg Gewicht dort saßen. Ich bekam Weisung vom Fahrlehrer Babick meinen lose ins Boot gestellten Stuhl doch weiter nach Steuerbord zu schieben. Gesagt, getan. Doch viel änderte sich nicht. Die Schlagseite blieb. Das Ablegemanöver gelang mir noch gut. doch kurz darauf das „Mensch über Bord“ Manöver, naja. Schnell waren die Plätze gewechselt und nun hatten wir die Schlagseite an achtern. Volker fuhr nun und ich durfte die vom Prüfer verlangten Knoten binden. Palstek, Webelein, Schotstek und Achterknoten. Volker war schon beim Anlegemanöver. Perfekt. Der Prüfer sagte zu uns, „Ihr müsst euch beeilen. In einer Minute beginnt die Theoretische Prüfung!“. Unsere Taktik ist aufgegangen, denn alle vor und geprüften fuhren länger als wir. Nun gingen wir direkt in die „Seeperle“. Der vordere Raum war übervoll. Wo sollten wir sitzen? Ein Prüfer, der mich an einen alten Seebären erinnerte, kam uns entgegen und führte uns in einen anderen Raum, der aber auch schon sehr gut gefüllt schien. Zwei Plätze waren aber noch frei. Ein zweiter Prüfer, mit Kapitänsgesicht, betrat nun den Raum. Er machte eine kleine Belehrung und wollte die Handzeichen derer sehen, die sich für die „See-Prüfung“ eingetragen hatten. Da das fast alle machten, bat er um Handzeichen der „Binnen-Prüflinge“. Fünf Leute, mich eingeschlossen, hoben die Hand. Eine halbe Minute später lag der Prüfungsbogen vor mir. Er hatte die Beschriftung „11“! Kannte ich doch. War das nicht der leichte Komplex?? Die „Seeleute“ bekamen 75 Minuten Zeit, wir nur 60. Und schon ging es los. Die ersten drei Fragen gingen gut von der Hand. Wenn ich eine Frage nicht gleich beantworten konnte, sprang ich einfach zur nächsten. So einmal durch und ein zweites, ein drittes und ein viertes mal. Ich ergänzte, ergänzte und ergänzte. Nach 55 Minuten viel mir vor lauter Dussligkeit nichts mehr ein und ich gab den Prüfungsbogen beim „Seebär“ ab. Kaum hatte ich einen Schritt vor die Tür gemacht brannte auch schon ein Glimmstängel. Endlich eine rauchen! Volker kam nach weiteren 5 Minuten aus der Prüfung. Hatten wir nun bestanden?? Wir gingen erst mal zum Auto und tranken Kaffee. Volker schien nervös zu sein. Immer wieder schlug er im Lehrbuch nach. Als ich vor der Gaststätte einen leeren Parkplatz ausfindig gemacht hatte wechselte ich den Stellplatz, mit direkter Sicht auf die Haupttür der „Seeperle“. Nun tranken wir Tee. Gerade eingegossen, sah ich eine Prüferin nach draußen kommen. Sie hatte graue und blaue Prüfungskuverts an Bord. Ich sagte bloß, „Volker wir sollten mal schauen gehen.“. Wir stiegen aus dem Auto, Kurs Richtung Prüferin. Als wir uns nun einer Traube von wartenden Prüflingen näherten, konnte ich klar und deutlich meinen Namen hören. „Meint die mich??“. Ich hob die Hand und meinte „Hier!“. Sie bat mich an einen Tisch und sagte, „Einmal hier Unterschreiben und einmal da!“ Als ich dann den Pinsel beiseite gelegt hatte schüttelte sie mir die rechte Hand und meinte, „Herzlichen Glückwunsch“! Ich hatte ihn nun. Meinen Schein!! Aber Volker?? Kurz darauf verschwand die Frau wieder in der Seeperle mit sämtlichen Unterlagen. Die Zeit des Wartens begann. In der Zwischenzeit sprachen wir noch mit unserem Fahrlehrer. Das Warten auf die Zarte machte Volker noch nervöser. Dem nicht genug sagte ich, „Volker, nicht das du zur mündlichen musst! Oder nicht bestanden hast!“. Das war wie Wasser auf den heißen Stein geben! Volkers Blicke signalisierten mir, „Bloß das nicht!“. Nach „nur“ 50 Minuten war die gute Frau wieder erschienen. Auch die Unterlagen waren wieder am Start! Ich sagte zu Volker, „Siehst du den blauen Kuvert da ganz unten im Stapel? Das ist ganz bestimmt deiner!“. Ich hätte besser Wahrsager werden sollen, denn so war es auch. Eine Stunde nach dem Erhalt meines Scheins war nun auch Volker sichtlich erleichtert. Ich bat den Lehrer und Volker zu einem Erinnerungsfoto an diesen denkwürdigen Tag. Dann



verabschiedeten wir uns und stiegen ins Auto. Nach einem Besuch bei „Carp-Ronny“ am Wasser, lieferte ich Volker zu Hause ab. Ein geiler Tag ging so zu Ende und ich hatte, „den Schein!!“.


Das Wochenend geht weiter (Sonntag)

Nach einer wieder viel zu kurzen Nacht wurde ich wieder vom Wecker aus allen Träumen gerissen. Nach einem „Guten Morgen!“ Tee und den üblichen Formalitäten ging es zum Auto. Mit 500€ bewaffnet, das Navi mit „Steinhude“ gefüttert und mit Freundin Gabi an Bord konnte es losgehen. Es war so gegen 9 Uhr als wir losfuhren. Die Sonne erwachte und die Nebelschwaden verschwanden langsam. Bei Klettwitz fuhren wir auf die



Autobahn. Mit meinem gewohnten Stil rollte der Van mit 80-100km die „Bahn“ runter. Eben schön Sparend. Nach einigen kleineren Pausen und einem auffüllen des Tanks, waren wir nur noch 10km vom Ziel entfernt. Ich rief den Verkäufer des Motors an. Er sagte mir, dass er sich bei der Einfahrt des Caravan Parkplatzes hinstellen würde um uns einweisen zu können. Als auch die letzten Kilometer gefahren waren, sah ich schon von weiten einen Mann stehen. Gabi wollte mir nicht wirklich glauben das es der Mann ist den wir suchten. Er war es und zeigte uns den Weg zu seinem „Bürstner“. Dort am Caravan angekommen machte er uns mit seiner mitgereisten Familie bekannt . Wir kamen schnell ins Gespräch. Während Gabi den Hund streichelte und sich mit Frau und Tochter unterhielt, war ich nun auf den Motor gespannt. Der Mann öffnete eine Tür die sich am Ende des Reisemobils befand. Ich schaute in den geräumigen Raum. Ganz hinten an einer Stange befestigt las ich schon die Aufschrift Mercury. Der Mann löste die Halterung und gab mir den Motor aus der Luke. „Mein lieber Scholli,“, dachte ich mir so „man hat der Gewicht!“, als ich ihn das erste mal in der Hand hielt. Eben mal 25kg. Der Tank und das Werkzeug wurden mir gereicht. Alles wie in der Ebay Beschreibung. Das Wetter schrie förmlich nach einem Foto. Ich verstaute den Motor, den Tank, das



Werkzeug, die Rechnung und die Bedienungsanleitung. Ich wollte schon los als mir auffiel das noch etwas fehlte. Es war Gabi. Sie spielte noch mit dem Hund. Nachdem wir uns verabschiedet hatten wollte wir uns des Steinhuder Meer näher anschauen. Aber da gab es ein großes Problem. Finde hier mal einen Parkplatz. Ich fuhr hin und her. Als eine Stunde für die Suche drauf gegangen war, drehte ich entnervt ab. Ich programmierte das Navi neu und los ging es. Mein jetziges Ziel lag bei Burg. Vor Jahren hatte ich die Eltern meines Arbeitskollegen Andreas kennen gelernt. Seit dem besteht eine Freundschaft zwischen uns. Dort angekommen wurden wir



herzlich Empfangen. Nach ein Paar Tassen Kaffee und den neusten Informationen mussten wir, leider, gegen 19Uhr aufbrechen. Ich musste schon wieder um 6Uhr auf Arbeit sein. Wir ließen den Tag ruhig ausrollen und waren froh, dass das mit dem Motor so gut geklappt hatte. Für mich ging ein schönes und erfolgreiches Wochenende zu Ende.


Euer Köcki