Kevin Nash - Groundhog
      




Das Groundhog ist ein Schirm von 3m Durchmesser. Er wird in zwei Farbvarianten angeboten (oliv und Chameleon, siehe Bild oben). Dabei handelt es sich nicht etwa um einen Nubrolly Schirm. Dieser kommt auch ohne den gewohnten Erdspeer aus. Damit der Schirm nicht wieder zusammenklappt wird eine große Aluschraube befestigt. Am hinteren Rand des Schirms ist eine grüne Plane
angenäht (siehe Bild). Sie hat auf ihrer Innenseite Klettbänder, damit die mitgelieferte Bodenplane angeklettet werden kann. Die



Nähte sind in gewohnter Nash Manier sauber verarbeitet, extra verklebt und verschweißt worden (siehe Bild oben). Der Aufbau ist
kinderleicht und fix erledigt. Schirm aufspannen, zwei lange Stormpols an die Schirmadapter schrauben, Front-Tensions-Bar (Nash Bezeichnung für das leicht gebogene, an beiden Enden
geschlitzte, Rohr unten im Bild) dazwischen, fest verschrauben, Schirm mit Zeltheringen befestigen. Der Schirm steht. Die Tensions-Bar ist wichtig für die Spannung des Schirms und unterstützt die Wulst darüber, die als "Dachrinne" fungiert.  Sollte nach einem starken Regen mal eine Pfütze auf dem Schirm stehen bleiben verhindert diese, ein Ablaufen des Wassers in den Türbereich. Das funktioniert wirklich gut und man bekommt keine  unverhoffte Dusche nach dem öffnen der Tür. Ich habe



mein "Ground Hog" dazumal bei Ebay ersteigert. Mit über 400 Euro nicht billig. Aber im gleichen Zuge bekam ich noch zwei kurze, im Original nicht vorhandene, Nash Stormpols dazu. Die verschraube ich immer noch zusätzlich an den beiden Seiten. Das verleiht dem Schirm unwahrscheinlich viel Halt, zumal die Stormpols am unteren Ende sehr spitz sind und ein "Korkenziehergewinde" besitzen, wodurch sie tief im Untergrund "verankert" werden können. Zu



guter letzt können die Pols zusätzlich eingepackt werden (Bild oben), damit sie fast unsichtbar werden und der Stoff schön gespannt bleibt. Wo es erlaubt ist, kann man eine mitgelieferte Bodenplane mit zwei Schnapp Verschlüssen beiderseitig einklicken. Wie schon erwähnt, wird die Bodenplane nach hinten hin, mit Klettverschluss an der angenähten Plane des Schirms fixiert (Siehe Bild unten). Eine saubere Sache wenn ich daran denke, wie viel Sand es doch zum Beispiel am Senftenberger See gibt. Ohne eingelegte



Plane währen schon viele zu Boden gefallene Gegenstände für immer verschwunden. Das Ground Hog vermittelt durch die lang nach vorn gezogene Seitenpartie, ein völlig neues Raumempfinden. Die Liege findet weit im inneren Platz. Dahinter können all die vielen leeren Verpackungen (z.B. Rutenfutteral) verstaut werden. Dadurch ist im vorderen Teil noch viel Platz für die Sachen übrig, die man ständig verwendet. Genau aus diesem Grund ist das nicht nur ein Schirm für Kurztrip Angler. Auch lange Sessions lassen sich damit bewältigen. Ob Sommer oder Winter, das ist völlig egal. Das offene System bietet gerade in Österreich die Möglichkeit, ungestört zu angeln. Als ich 1996 an der Drau angelte, war ein Schirmüberwurf verboten. Und mal ganz ehrlich, wer kann schon was gegen einen


Schirm sagen?! Und wenn das Wetter umschlägt, kommt das Infill Panel (Bild oben) zum Einsatz. Es wird einfach eingezippt. An der
einen Seite wird der Reißverschluss eingesetzt, durchziehen, Heringe rein und fertig ich des geschlossene System. In der Tür ist im Original ein  Gagenfenster eingeklettet. Man kann aber auch genau so gut gegen ein optional erhältliches Klarsichtfenster austauschen. Nach der ersten Nacht mit geschlossener Tür wird man aber dadurch nicht mehr viel sehen können. Denn Schirmzelte haben immer das gleiche Problem, Kondenswasser! Der derbe Stoff des Schirms und der des Frontpanels halten die Feuchtigkeit fest und leiten sie gleichmäßig nach unten ab. Man hat nie das Gefühl in einer Tropfsteinhöhle zu sitzen. Bei meinem ersten Nash Schirmzelt mit 2,50m Durchmesser wurde der Schlafsack immer am Beinende feucht, wenn er die Außenhaut berührte. Beim Groundhog ist das aber nicht der Fall. Der Innenraum ist zu groß um irgendwo


anzuecken. Wer die beiden Gagen-Dreiecks-Fenster des Infill Panel dazu verwenden will die Feuchtigkeit los zu werden, wird bald merken, dass das nicht funktioniert. Der Grund dafür ist das diese Gage zu feinporig ist. Der Wind kommt kaum durch und Nash wäre besser beraten gewesen, eine Gage im sinne von einer Fliegengage zu verwenden. Diese würde auch Kleistlebewesen abhalten, trotzdem aber auch Luft ins Zelt lassen. Dadurch ist nicht für ausreichend Durchlüftung gesorgt und man muss schon mal am nächsten Morgen richtig lüften. Dafür muss man das Infill Panel nicht auszippen. Die Tür wird nach oben zusammengerollt, die Seitenteile nach außen und dann wird alles mittels Clips befestigt.




Die Farbe Chameleon passt sich hervorragend den am Wasser befindlichen Gegebenheiten an (siehe Bild oben). Wenn ihr ein Groundhog zum ersten mal am Wasser stehen seht und von hinten drauf schaut (eher klein), werdet ihr euch anschließend wundern wieviel Platz doch tatsächlich zur Verfügung steht. Ein Raumwunder!



Da ich schon bei stürmischem Wetter draußen war habe ich mir noch
zwei Stormpol-Adapter im Türbereich befestigt. Die so zusätzlich  einschraubbaren Stormpols erhindern im Extremfall das eindrücken des Frontpanels. Dieser Fall ist aber auch ohne diese Maßnahme noch nie eingetreten.
Fazit: Das Groundhog ist trotz seiner kleinen Macken eine feste Größe in meiner Angelausrüstung. Ich könnte mir dieses Teil nicht mehr wegdenken, denn ich liebe es!

     




Euer Köcki